Zusatzvergütung durch Aktienoptionen

| Gehalt

Eine Zusatzvergütung durch Aktienoptionen

Auch in Deutschland bieten immer mehr Firmen, die an die Börse gehen wollen, oder bereits börsennotiert sind, ihren Mitarbeitern Aktienoptionen an. Dabei wird den Mitarbeitern ein Bezugsrecht für unternehmenseigene Aktien zu Sonderkonditionen eingeräumt. Der Arbeitnehmer erhält dadurch nicht bereits die Aktien selbst, sondern die Option gibt ihm das Recht, zum vom Arbeitgeber vorgegebenen Zeitpunkt die Übertragung der Aktien verlangen zu können.

Vorteilhaft sind diese Aktienoptionen besonders für den Arbeitgeber, weil so die Mitarbeiter stärker an das Unternehmen gebunden werden als durch höhere Gehälter oder Sonderzahlungen. In der Aussicht auf  den Erwerb der Aktien liegt ein besonderer Leistungsanreiz für Mitarbeiter, die durch ihre Arbeitskraft maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens beitragen und somit an den Kurssteigerungen teilhaben, also dadurch eine größere Identifikation mit der Firma gegeben ist. Nicht zuletzt bedeuten die Aktienoptionen für die Mitarbeiter wegen des eingeräumten Vorzugspreises eine erhebliche zusätzliche Vergütung. Der Arbeitgeber seinerseits muss keine Barmittel aufbringen, sondern überlässt lediglich einen kleinen Anteil der ihm gehörenden Aktien.

Die Aktienoptionen werden dem einzelnen Arbeitnehmer im Arbeitsvertrag zugesichert oder sie gelten für die gesamte Mitarbeiterschaft aufgrund einer Betriebsvereinbarung. Allerdings sind Aktienoptionen regelmäßig an Bedingungen geknüpft, die der Arbeitgeber in einem Aktienoptionsplan festlegt. Hierzu gehört stets eine Wartefrist, d.h. das Arbeitsverhältnis muss eine bestimmte Zeit bestanden haben muss, oftmals mindestens ein Jahr. Um die Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden, sieht der Optionsplan regelmäßig vor, dass zur  Zeit der Optionsausübung das Arbeitsverhältnis nicht gekündigt sein darf. Ausserdem dürfen die Aktienoptionen vor dem Erwerb der Aktien nicht auf Dritte übertragen werden. Auch nach dem Erhalt der Aktien darf der Mitarbeiter sie oft nicht sofort verkaufen.

Weil allein die bloße Gewährung der Aktienoptionen noch keine Vergütung darstellt, muss der Arbeitnehmer die Kursgewinne erst versteuern, wenn er die Aktien erhalten hat (Bundesfinanzhof, Urteil vom 24.01.2001, 1 R 100/98).

 

Fragen Sie Ihren Anwalt
Fragen zum Thema Zusatzvergütung oder Allgemein zum Thema Arbeitsrecht beantwortet Ihnen unser Fachanwalt für Arbeitsrecht in der Kanzlei Martens & Vogler in Hamburg jederzeit gerne.

 

 


Keine Kommentare

Kommentarfunktion geschlossen.