Diskriminierung im Arbeitsrecht

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Eine Arbeitnehmer Frage zum Thema Diskriminierung, AGG-Benachteiligung:

Ich habe mich für einen sitzenden Job im Büro beworben und bin nach dem Bewerbungsgespräch abgelehnt worden. Ich vermute, dass das mit meiner auffälligen Gehbehinderung zu tun hat, denn eigentlich bin ich dank meiner Ausbildung und Erfahrung absolut qualifiziert für die Aufgabe.
Welche Möglichkeiten habe ich, dagegen vorzugehen? Und welchen Erfolg könnte ich ggf. erwarten (Einstellung, Entschädigung…)?

Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) darf kein Arbeitgeber einen Mitarbeiter wegen einer Behinderung benachteiligen; eine Diskriminierung im Arbeitsrecht ist verboten. Das gilt auch für die Einstellung. Verletzt der Arbeitgeber dieses Verbot, können Sie nach § 15 AGG Schadensersatz und Entschädigung verlangen, nicht aber die verweigerte Einstellung.

Das AGG sieht in § 22 eine Beweiserleichterung für den Stellenbewerber vor: Er muss lediglich die Tatsachen nachweisen, die eine Benachteiligung bzw. Diskriminierung vermuten lassen. In Ihrem Fall sind das Ihre Behinderung und die Ablehnung als Stellenbewerber, obwohl Sie für die Position geeignet sind. Der Arbeitgeber muss dann beweisen, dass Ihre Ablehnung berechtigtermaßen aus anderen Gründen erfolgt ist. Gelingt dies dem Arbeitgeber nicht, steht Ihnen eine Entschädigung zu, ohne dass es auf ein Verschulden des Arbeitgebers ankommt.

Hätten Sie bei benachteiligungsfreier Auswahl die Stelle nicht erhalten, steht Ihnen eine Zahlung von bis zu drei Monatsgehältern zu. Hätten Sie als bestqualifiziertester Bewerber die Stelle erhalten müssen, fällt diese Kappungsgrenze weg und das Arbeitsgericht setzt eine nach allen Umständen des Einzelfalls angemessene Entschädigung fest. Steht sogar eine schuldhafte Benachteiligung durch den Arbeitgeber fest, da er sich insoweit nicht entlasten konnte, haben Sie Anspruch auf Schadensersatz in Höhe des entfallenen Verdienstes.

Auf jeden Fall müssen Sie Ihre Ansprüche binnen zwei Monaten ab der Ablehnung beim Arbeitgeber schriftlich geltend machen und notfalls binnen weiterer drei Monate einklagen.

Wenn Sie weitergehende Fragen zum Thema Diskriminierung bzw. AGG-Benachteiligung haben, wenden Sie sich an unsere Fachanwälte für Arbeitsrecht.

 


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