Arbeitsunfall mit dem Dienstwagen

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Ist ein Unfall mit dem Dienstwagen ein Arbeitsunfall?

Hat ein Arbeitnehmer einen Unfall mit dem Dienstwagen und wird dabei selbst verletzt, ist zunächst wichtig, ob er wegen seiner eigenen Verletzungen versichert ist. Es gibt einen gesetzlichen Versicherungsschutz bei Arbeitsunfällen auch mit dem Dienstwagen.

Die gesetzliche Unfallversicherung leistet nach dem Sozialgesetzbuch VII Versicherungsschutz im Fall von eigenen Verletzungen. Ein Versicherungsfall im Sinne des SGB liegt vor bei einer Berufskrankheit oder bei einem Arbeitsunfall.

ein Unfall mit dem Dienstwagen als Arbeitsunfall im Sinne des § 8 SGB VII gilt, muss der Arbeitnehmer den Unfall erlitten haben, während er gearbeitet hat. Bei Dienst- und Lieferfahrten ist das klar, da es sich ja um die Arbeitstätigkeit als solche handelt. Eindeutig um keinen Arbeitsunfall handelt es sich aber bei einer erlaubten Privatfahrt mit dem Dienstwagen, die gesetzliche Unfallversicherung greift dann nicht. Zur Arbeitstätigkeit zählt zwar auch der Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, es liegt dann ein sogenannter „Wegeunfall” vor.

Der Arbeitnehmer darf aber keinen Umweg fahren, es sei denn, Arbeitskollegen werden als Mitglieder einer Fahrgemeinschaft abgeholt oder die Fahrt zur Firma führt zunächst am Kindergarten vorbei. Erlaubt sind auch minimale Abweichungen von der Fahrtstrecke, etwa um am Kiosk Zeitungen oder Zigaretten zu kaufen.

Sucht der Arbeitnehmer auf dem Arbeitsweg mit dem Dienstwagen jedoch eine Tankstelle auf, um zu tanken, endet der Versicherungsschutz bei einem Dienstunfall. Nach dieser  zugegebenermaßen ziemlich spitzfindigen  Rechtsprechung bedeutet die Zeit des Tankvorgangs eine zu lange Unterbrechung vom üblichen Fahrtweg dar. Und es wird noch spitzfindiger: Führt der Weg von der Firma nicht zurück zur eigenen Wohnung, sondern zu einem Besuch bei Freunden oder zum Sport und hält sich der Mitarbeiter dort länger auf, ist der Hinweg versichert, der spätere Heimweg dann aber nicht mehr.

Kommt die gesetzliche Unfallversicherung zum Zuge, ist der Arbeitnehmer gegen die Unfallfolgen abgesichert, denn die hierfür zuständige Berufsgenossenschaft zahlt wegen des Verdienstausfalls Verletztengeld, auch Übergangsgeld im Fall einer Umschulung oder bei Dauerschäden eine Rente.

 

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